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© Creative Commons / Jean-Marc /Jo BeLo/Jhon-John's

Venezuela Reiseführer

Key Facts
Offizielle Landesbezeichnung

Bolivarische Republik Venezuela.

Gebiet

916.445 qkm.

Bevölkerung

28.435.940 (UNO Schätzung 2020).

Bevölkerungsdichte

32 pro qkm.

Hauptstadt

Caracas.

Regierung

Präsidiale Bundesrepublik seit 1961. Neue Verfassung von 1999. Die Nationalversammlung hat 165 Mitglieder. Alle fünf Jahre finden allgemeine Wahlen statt. Wahlpflicht ab 18 Jahren. Unabhängig seit Juli 1811 (Proklamation; ehemalige spanische Kolonie), endgültig 1821. 1830 Loslösung von Großkolumbien.

Staatsoberhaupt

Interim-Präsident: Delcy Rodríguez, seit Januar 2025.

Elektrizität

120 V, 60 Hz. US-Stecker, Adapter erforderlich.

Obwohl Venezuela vor allem wegen seiner Ölpolitik und seines angriffslustigen Präsidenten bekannt ist, hat das südamerikanische Land als Reisedestination eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften und Attraktionen zu bieten. Dazu zählen u. a. tropische Strände, ausgedehnte Feuchtgebiete, mächtige Flüsse, idyllische Kolonialstädte, fast unberührter Dschungel und majestätische Berge. Touristen können zwischen einer großen Anzahl von Abenteueraktivitäten auswählen oder sich in einer der vielen Ferienanlagen erholen.
Die klaren, warmen Gewässer der Karibikküste und der zahlreichen, dem Festland vorgelagerten Inseln sind ideal zum Schnorcheln und Tauchen geeignet. Im tropischen Flachland findet man eine enorme Vielfalt von Tierarten sowie üppige Vegetation und dramatische Wasserfälle, während es Trekking-Fans und Bergsteiger eher in die imposanten Anden zieht.
Venezuela, das ursprünglich von Carib- und Arawak-Indianern bewohnt war, wurde nach Kolumbus’ Entdeckung 1498 zur spanischen Kolonie. Im 18. Jahrhundert führte Simón Bolívar eine breite Rebellion gegen die Kolonialmacht, aber erst 1830 wurde Venezuela unabhängig. Die heute Politik des Landes bestimmt der durch große Teile der unzufriedenen, verarmten Bevölkerung unterstützte Präsident Hugo Chávez, der trotz fehl geschlagener Versuche, ihn zu stürzen, eine formidable Machtfigur bleibt.

Reisewarnung

Stand - Wed, 18 Feb 2026 17:00:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Wed, 18 Feb 2026 17:06:33 +0100)

Letzte Änderungen: 

Aktuelles

Sicherheit – Teilreisewarnung

Reiseinfos – Infrastruktur/Verkehr

Einreise und Zoll - Visum

Redaktionelle Änderungen

 

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:

- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen“.

- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste.

- Beachten Sie die Hinweise im Ratgeber für Notfallvorsorge und  des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

- Bitte beachten Sie die Hinweise unter COVID-19.

- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz.

- Erkundigen Sie sich vorab bei den Behörden/Botschaften Ihres Reiselandes zu den aktuell geltenden, verbindlichen Einreisebestimmungen sowie bei Ihrem Reiseveranstalter/Ihrer Flug-/Schifffahrts-/Eisenbahngesellschaft nach den geltenden Beförderungsbestimmungen.

- Verfolgen Sie bei Ihrer Reiseplanung/während Ihrer Reise Nachrichten und Wetterberichte.

- Beachten Sie unseren Haftungsausschluss und den Hinweis zu Inhalten anderweitiger Anbieter.

Aktuelles

Vor Reisen in die Bundesstaaten an der Grenze zu Kolumbien (mit Ausnahme der Stadt Maracaibo), Brasilien und Guayana wird gewarnt.

Von Reisen in die anderen Landesteile Venezuelas sowie in die Stadt Maracaibo wird derzeit abgeraten. 

Sicherheitslage

Am 3. Januar 2026 kam es zu Luftschlägen US-amerikanischer Streitkräfte in der Hauptstadt Caracas und in weiteren Landesteilen; der bisherige Präsident Maduro wurde festgenommen und außer Landes gebracht.

Seither hat sich die Sicherheitslage in Venezuela weitgehend stabilisiert. Internationale Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb zum Teil wieder aufgenommen. Politisch orientierte Milizionäre, die sogenannten Colectivos, sind jedoch noch aktiv und oft bewaffnet. Personen- und Fahrzeugkontrollen, sog. Alcabalas, können jederzeit auftreten. Kontrollen können auch von Colectivos durchgeführt werden.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit von Unruhen, Demonstrationen und spontanen Kundgebungen.

  • Meiden Sie Menschenansammlungen und belebte öffentliche Orte weiträumig. 

  • Halten Sie sich über die aktuelle Nachrichtenlage in den internationalen und lokalen Medien informiert. 

  • Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte.

  • Bleiben Sie bei Kontrollen ruhig und folgen Sie unbedingt den Anweisungen der Sicherheitskräfte.
  • Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Schalten Sie auch die Funktion der Notfall-Benachrichtigung per SMS frei. Sollten Sie Venezuela inzwischen verlassen haben, vermerken Sie dies bitte dort ebenfalls. 

  • Achten Sie vorsorglich auf eine ausreichende Vorratshaltung (Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Bargeld).

Festnahmen

In der Vergangenheit kam es bei der Einreise nach sowie der Ausreise aus Venezuela oftmals zu langwierigen Personenkontrollen und Befragungen von Ausländern. Auch kam es zu Einreiseverweigerungen sowie Verhaftungen deutscher und anderer EU-Staatsangehöriger. Eine konsularische Betreuung durch die zuständigen diplomatischen Vertretungen war in diesen Fällen kaum möglich. Alle EU-Staatsangehörigen, die in den vergangenen zwei Jahren aus politischen Gründen inhaftiert waren, wurden mittlerweile freigelassen. 

  • Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung sowie den Sicherheitshinweis.
  • Seien Sie weiterhin vorsichtig und halten Sie sich informiert.
  • Meiden Sie Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig.
  • Fotografieren Sie keine Menschenansammlungen, Sicherheitskräfte oder öffentliche Gebäude bzw. militärische Einrichtungen.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte.

Sicherheit - Teilreisewarnung

Vor Reisen in die Bundesstaaten an der Grenze zu Kolumbien (mit Ausnahme der Stadt Maracaibo), Brasilien und Guayana wird gewarnt.

Von Reisen in die anderen Landesteile Venezuelas sowie in die Stadt Maracaibo wird derzeit abgeraten. 

Terrorismus

Innenpolitische Lage

Siehe Aktuelles

Aufgrund der anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Krise ist es vor allem in den Städten auch spontan zu Demonstrationen gekommen. Diese können sich jederzeit wiederholen. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sowie Straßensperrungen sind möglich.

  • Seien Sie besonders vorsichtig und halten Sie sich informiert.
  • Meiden Sie Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Grenzgebiete zu Kolumbien, Brasilien und Guyana

In den Gebieten entlang der kolumbianischen Grenze, insbesondere in den venezolanischen Teilstaaten Amazonas, Apure, Barinas, Táchira und Zulia, aber auch im Grenzgebiet zu Brasilien, besteht eine hohe Gefahr durch organisierte Kriminalität mit Entführungen und anderen Gewaltverbrechen. Im Bundesstaat Apure kommt es regelmäßig zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Drogenbanden bzw. Mitgliedern ehemaliger Guerillagruppen (FARC), siehe Kriminalität.

Vorübergehende Schließungen der Grenzen zu Kolumbien und Brasilien können jederzeit kurzfristig verfügt werden.

  • Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung.
  • Seien Sie besonders aufmerksam und informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Informieren Sie sich über mögliche Grenzschließungen vor Antritt notwendiger Reisen in die Grenzgebiete zu Kolumbien und Brasilien.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Gewaltkriminalität (auch gegen Ausländer) ist - trotz Meldungen über sinkende Zahlen bei Tötungsdelikten - weit verbreitet.

Entführungen zur Erpressung von Geldzahlungen und Überfälle mit Waffengewalt erfolgen regelmäßig. Auch Deutsche waren schon davon betroffen. Die Straßenkriminalität in venezolanischen Großstädten, besonders in Caracas und Maracaibo, ist unvermindert hoch. Auch außerhalb der Städte ist mit Gewaltkriminalität und Überfällen zu rechnen, z.B. auf Landstraßen. Besonders auf der Autobahn zwischen dem Flughafen und Caracas ist es bei Dunkelheit mehrfach zu Überfällen gekommen. 

Im Grenzgebiet zu Kolumbien und Brasilien kommt es verstärkt zu Erpressungen, Entführungen und Gewalttaten durch Gruppen der organisierten Kriminalität, in die auch offizielle Sicherheitskräfte verwickelt sind. 

Bei Kontrollen im Stadtgebiet, bei Straßenkontrollen, und selbst am Flughafen sind bereits Reisende von uniformierten Kontrolleuren (Polizei, Militär) beraubt oder zu Geldzahlungen bzw. Geldumtausch genötigt worden. Am Flughafen Caracas kam es zu Übergriffen unter Beteiligung von Uniformträgern und Taxifahrern.

Auch Kleinkriminalität wie Taschendiebstähle und Handtaschenraub sind insbesondere in den Großstädten an der Tagesordnung, genau wie Fahrzeugdiebstähle und -aufbrüche – vor allem auf unbewachten Parkplätzen. 

Vereinzelt kommt es in Bars und Nachtclubs zu überhöhten Rechnungen und dem Einsatz von K.-o.-Tropfen.

Reisende werden gegen ihren Willen und in Unkenntnis als Drogenkuriere missbraucht.

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf; speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
  • Geben Sie bargeldlosen Zahlungen den Vorzug und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen oder auffälligen Schmuck mit.
  • Vermeiden Sie auf der Straße Telefonate mit Ihrem Smartphone.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, an Bahnhöfen, auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Fahren Sie nicht bei Dunkelheit, führen Sie keine Reisen per Anhalter durch und campen Sie nicht (Entführungsrisiko).
  • Erkundigen Sie sich vor Ausflügen ohne einheimische Reiseleiter genau, welche Orte unbedingt zu meiden sind (wie z.B. Armenviertel, die sogenannten „barrios“).
  • Gehen Sie in der Ankunftshalle des Flughafens nicht auf Transportangebote von vorgeblichen Taxifahrern oder autorisiert wirkenden Personen ein, sondern stellen Sie eine Abholung vom Flughafen bereits vor Ankunft sicher.
  • Leisten Sie im Fall eines Überfalls auf keinen Fall Widerstand.
  • Lassen Sie Getränke nie unbeaufsichtigt und prüfen Sie Preise vor Bestellungen.
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Lockangeboten z.B. über das Internet, um auf Kosten anderer eine Reise durchzuführen.
  • Nehmen Sie kein Gepäck für Fremde mit und kontrollieren Sie den Inhalt des eigenen Gepäcks.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Telefonanrufen, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfeersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich der Glaubwürdigkeit oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Venezuela liegt in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben kommen kann.

Das Klima ist tropisch, in Höhenlagen gemäßigt bis kühl. 

In Zentralamerika und der Karibik ist ca. von Juni bis Ende November Hurrikan-Saison. Ausläufer können auch Venezuela erreichen. In dieser Zeit ist insbesondere an den Küsten mit Tropenstürmen und intensiven Regenfällen zu rechnen.

Reiseinfos

Siehe Aktuelles

Infrastruktur/Verkehr

Fast das gesamte Land einschließlich des Flughafens Caracas International ist immer wieder von Stromausfällen sowie Störungen der Mobilfunknetze und des Internets betroffen. 
Soweit Wasser über öffentliche Versorgungsnetze verfügbar ist, wird dieses nicht in Trinkwasserqualität bereitgestellt. Die Versorgung der Haushalte mit Gas ist prekär. Mit Benzinknappheit muss jederzeit gerechnet werden, insbesondere außerhalb der Region Caracas. Proteste aufgrund der Notlage und Versorgungsengpässe führen regelmäßig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Teilweise sind Direktflüge von und in verschiedene Länder der Region immer noch ausgesetzt, der Flugbetrieb normalisiert sich im zunehmenden Maße.

Die Fluggesellschaften verlangen, dass die Fluggäste bei Inlandsflügen mindestens zwei, bei internationalen Flügen mindestens drei Stunden vor planmäßigem Abflug zum Check-in erscheinen. 

Es kommt gelegentlich vor, dass Auslandsflüge venezolanischer Fluggesellschaften wegen nicht beglichener Verbindlichkeiten kurzfristig gestrichen werden.

Das Netz der Inlandsflüge ist ausgedünnt worden. Bei venezolanischen Inlandsflügen und bei Flügen mit privaten Kleinflugzeugen, die u.a. zur Beförderung von Touristen eingesetzt werden, wird gelegentlich über technische Probleme berichtet. Beim eingesetzten Fluggerät handelt es sich oftmals um ältere Maschinen, deren Wartung sich schwierig gestaltet. Die Flugzeuge der Gesellschaft Avior stehen derzeit auf der Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU.

Es gibt Eisenbahn- und Busverbindungen. In den Städten existieren zudem U-Bahn- und Schnellbahnverbindungen. Venezuela verfügt über keine ausgeprägte touristische Infrastruktur, der Straßenverkehr ist streckenweise gefährlich. Eine adäquate Behandlung von Unfallopfern ist aufgrund des medizinischen Versorgungsnotstands nicht mehr gewährleistet. 

In der Regenzeit ist regelmäßig mit der Unterbrechung von Straßenverbindungen durch Erdrutsche oder Unterspülungen zu rechnen. Besonders betroffen sind die Straßenverbindungen über die Anden, wie z.B. die Landverbindung nach Kolumbien und die Passstrecken zu beliebten Feriengebieten wie Merida und Choroní.

Bei der Benutzung vermeintlich preiswerter Taxis und Busse besteht ein hohes Risiko, ausgeraubt zu werden.

  • Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung sowie die Reise- und Sicherheitshinweise der Nachbarstaaten.
  • Vermeiden Sie Flugverbindungen über Flughäfen in Venezuela, insbesondere über den internationalen Flughafen Maiquetía.
  • Vermeiden Sie Flugverbindungen, die An- und Abfahrten zum Flughafen bei Dunkelheit erforderlich machen.
  • Checken Sie schon am Vortag des Fluges online ein.
  • Informieren Sie sich vor Antritt einer Überlandfahrt über die Situation nicht nur am Ankunftsort, sondern auch auf der Strecke; vermeiden Sie generell Fahrten in der Dunkelheit.
  • Benutzen Sie nur Taxis und Busse in technisch gutem Zustand mit Funkverkehr zu ihrer Firmenzentrale oder von Hotels empfohlene bzw. gebuchte Fahrzeuge.

Führerschein

Der internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

LGBTIQ

Rechtliche Besonderheiten

Venezolanische Sicherheitskräfte gehen in der Regel konsequent und gelegentlich mit großer Härte gegen Drogenhandel und -konsum vor. Es drohen hohe Gefängnisstrafen.

Drogenkuriere müssen je nach gefundener Menge und Art der Drogen mit einer Freiheitsstrafe von mindestens acht Jahren bis zu 18 Jahren rechnen. Drogenstraftätern werden keine Hafterleichterungen gewährt.

Geld/Kreditkarten

Die Landeswährung Bolívar Digital (VES) wurde 2021 eingeführt. De facto wurden aufgrund der weiterhin hohen Inflation sechs Nullen der vorherigen Währung, Bolívar Soberano, gestrichen. Landeswährung ist kaum erhältlich, es kann deshalb in der Regel kein Geld getauscht werden und die Ausgabe an Geldautomaten wurde eingestellt.Der Zahlungsverkehr erfolgt weitgehend elektronisch und ist meist auch mit internationalen Kreditkarten möglich. Beim Einsatz von Kreditkarten ist allerdings erhöhte Vorsicht angebracht, da es immer wieder Fälle von betrügerischen Abbuchungen gibt. 

Der USD hat sich als Zahlungsmittel größtenteils im Land etabliert, ist jedoch vor Ort kaum erhältlich. Deshalb sollte ausreichend Bargeld in möglichst kleinen Scheinen (es gibt kein Wechselgeld) mitgeführt werden. Der Kurs gegenüber dem Bolívar Digital ändert sich nahezu täglich.

Einreise und Zoll

Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab zusätzlich bei den Vertretungen Ihres Ziellandes. Nur dort erhalten Sie rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Reiselandes. Der deutsche Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Einreise nach Deutschland.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: 

Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Deutsch-venezolanische Doppelstaater müssen mit einem venezolanischen Pass ein- und ausreisen.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise für einen Aufenthalt von maximal 90 Tagen kein Visum. 

In Venezuela müssen sich auch Ausländer jederzeit ausweisen und ihren legalen Aufenthaltsstatus nachweisen können. Im Fall eines illegalen Aufenthalts droht die Abschiebung nach z.T. längerer Abschiebehaft.

Minderjährige

Bei Ausreise aus Venezuela werden auch von ausländischen Reisenden regelmäßig die Geburtsurkunden der mitreisenden Kinder verlangt. Familien mit Kindern sollten daher (internationale) Geburtsurkunden aller Kinder mit sich führen. Sollte ein Elternteil allein mit einem oder mehreren Kindern aus Venezuela ausreisen wollen, ist eine beglaubigte Einverständniserklärung des anderen mitsorgeberechtigten Elternteils in spanischer Sprache vorzulegen. Lebt der nicht mitreisende Elternteil im Ausland, ist die Beglaubigung der Urkunde durch die zuständige venezolanische Auslandsvertretung erforderlich.

Ehemalige venezolanische Staatsangehörige

Es sind in der letzten Zeit vermehrt Fälle aufgetreten, bei denen Staatsangehörige, die ihre venezolanische Staatsangehörigkeit für eine Einbürgerung in Deutschland aufgegeben haben, Schwierigkeiten bei der Ein – und Ausreise in Venezuela hatten, weil angeblich Zweifel an der Aufgabe der Staatsangehörigkeit bestünden.

  • Führen Sie Nachweise der zuständigen venezolanischen Behörde über die Entlassung aus der venezolanischen Staatsangehörigkeit mit sich.

Ausreisesteuer

Bei der Ausreise per Flugzeug ist die Ausreisesteuer bereits im Flugticketpreis enthalten. Es kommt aber vor, dass im Zuge von Preiserhöhungen zwischen Ticketkauf und Reisedatum beim Abflug Nachzahlungen geleistet werden müssen.

Einreise aus/über Brasilien

Reisende, die aus oder über Brasilien einreisen möchten, müssen derzeit eine Gelbfieberimpfung nachweisen, ohne die bereits die Beförderung von Flughäfen in Brasilien abgelehnt werden kann.

Einfuhrbestimmungen

Die Ein- und Ausfuhr von Fremdwährung ist unbegrenzt möglich, ab einem Wert von 10.000 USD aber deklarationspflichtig.

Die Einfuhr von Blumen, Pflanzen, Früchten, Fleischprodukten und Gemüse ist verboten.

Tiere

Für die Einfuhr von Haustieren sind ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis und ein Tollwutimpfzeugnis erforderlich. Beide Unterlagen dürfen nicht älter als 15 Tage und müssen in spanischer Übersetzung und vom zuständigen venezolanischen Konsulat legalisiert bzw. mit Apostille des Ausstellungsstaates versehen sein.

Gesundheit
Pflichtimpfungen

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus Brasilien wird der Nachweis einer Gelbfieberimpfung von allen Personen ab einem Jahr verlangt. Das gilt auch bei einem Aufenthalt von mehr als 12 Stunden im Transit.

Reiseimpfungen

Es sind Impfungen gegen Gelbfieber (bei Reisen in nahezu alle Landesteile außer zentraler Abschnitte der Nordküste) und Hepatitis A empfohlen. Nach individueller Indikation sind zusätzlich Impfungen gegen Chikungunyafieber, Denguefieber, Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

Standardimpfungen

Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden. Insbesondere sollte ein adäquater Impfschutz gegen Masern sichergestellt sein. 

Medizinische Versorgung

Das öffentliche Gesundheitssystem in Venezuela ist nicht in der Lage, Kranke adäquat zu versorgen oder notwendige Operationen durchzuführen. Im privaten Sektor ist in der Hauptstadt Caracas ggf. eine gute medizinische Versorgung gegeben. In Caracas können gängige Medikamente in Apotheken verfügbar sein. Für Reisen außerhalb der Hauptstadt wird die Mitnahme einer gut ausgestatteten Reiseapotheke empfohlen. Eine medizinische Notfallversorgung außerhalb der Hauptstadt ist nicht gegeben. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass regelmäßig vor der Aufnahme und Behandlung in Privatkliniken unabhängig einer bestehenden Auslandskrankenversicherung eine Vorauszahlung in bar oder per Kreditkarte zu leisten ist, sonst wird unter Umständen gar nicht erst mit der Diagnostik oder Behandlung begonnen. Im Erkrankungsfall können sich Reisende bei der Deutschen Botschaft in Caracas über Ärzte und Krankenhäuser in Venezuela informieren.

  • Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende reisemedizinische Praxen und Impfstellen sind u.a. über die DTG zu finden.
  • Nehmen Sie eine Reiseapotheke sowie regelmäßig einzunehmende Medikamente mit. Lassen Sie sich für die Einreise ggf. die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen.
  • Schließen Sie eine medizinische Evakuierungsversicherung ab.

Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen

Gelbfieber und Malaria sind schwerwiegende Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden. Ein Gelbfieberrisiko besteht im Großteil des Landes mit Ausnahme von Gebieten oberhalb von 2.300 Höhenmetern in den Bundesstaaten Merida, Trujillo und Tachira, den gesamten Bundesstaaten Falcon und Lara, der Isla Margarita, der Hauptstadt Caracas und der Stadt Valencia. In den Bundesstaaten Aragua, Carabobo, Miranda, Vargas und Yaracuy sowie dem Hauptstadtdistrikt Distrito Capital besteht ein geringes Risiko für eine Gelbfieberexposition. Der Anteil an der überwiegend vorkommenden Malaria tertiana, verursacht durch Plasmodium vivax, beträgt 74%. 26% entfallen auf die Malaria tropica, verursacht durch Plasmodium falciparum und Mischinfektionen. Eine Karte der Malaria-Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung. Das Malariarisiko besteht ganzjährig und ist regional unterschiedlich:

  • Hohes Risiko: in Gebieten südlich des Orinoko; Orinoko-Delta; Bundesstaaten Sucre, Delta Amacuro; Teile der Bundesstaaten Falcon, Mérida, Zulia
  • Mittleres Risiko: Regionen nördlich des Orinoko (Ausnahmen s. o.) einschl. Caracas, Isla Margarita und andere Inseln

Darüber hinaus gibt es folgende mückenübertragene Erkrankungen, die ganzjährig landesweit auftreten können: Chikungunyafieber, Denguefieber, Leishmaniose, Oropouche-Fieber und Zikavirus-Infektion. 

  • Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen. Benutzen Sie regelmäßig Mückenschutzmittel und tragen entsprechende Kleidung. Verwenden Sie nachts Bettnetze, siehe Schutz vor Insekten.
  • Es gibt Impfungen gegen Gelbfieber, Chikungunyafieber und Denguefieber. Lassen Sie sich bzgl. Ihres persönlichen Risikos beraten. 
  • Zur Verhinderung einer Malaria ist in Gebieten mit hohem Malariarisiko zusätzlich zum Mückenschutz eine Tabletteneinnahme sinnvoll. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
  • Bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung mit Möglichkeit zur Malariadiagnostik und -therapie entfernt sind, ist die Mitnahme von entsprechenden Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
  • Bei schlecht heilenden Insektenstichen oder anhaltendem unklaren Fieber sollte eine Leishmaniose ausgeschlossen werden.

Die Chagas-Krankheit wird über Raubwanzen und verunreinigte Frucht- oder Zuckerrohrsäfte („garapa“) übertragen. 

  • Schützen Sie sich bei naturnahen Aufenthalten im Freien und suchen Sie Ihren Körper im Anschluss sorgfältig ab. Verwenden Sie vor allem in einfachen Unterkünften auf dem Land Bettnetze, um nächtliche Raubwanzenbisse zu vermeiden, siehe Schutz vor Insekten.
  • Verzichten Sie auf den Genuss von nicht-industriell verarbeiteten Frucht- und Zuckerohrsäften, z.B. auch von Açaí-Saft.

Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene

Insbesondere durch mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel und Handhygiene können Erkrankungen auftreten, die oft mit Durchfällen einhergehen. Häufig treten unbestimmte Reisedurchfälle auf. Bestimmte Viruserkrankungen der Leber (Virushepatitis A und E) treten auch bei Reisenden auf. 

  • Beachten Sie unsere grundlegenden Hygienehinweise.
  • Lassen Sie sich hinsichtlich einer Hepatitis A-Impfung beraten.

Mensch-zu-Mensch-übertragene Erkrankungen 

HIV-Infektionen und bestimmte Lebererkrankungen (Virushepatitis B, C und D) können durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Die Übertragung ist prinzipiell auch durch Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen möglich. 

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.
  • Lassen Sie sich bzgl. einer Hepatitis B-Impfung ärztlich beraten.

Durch Tierkontakt übertragene Erkrankungen

Hantavirus-Infektionen und Leptospirose werden durch Kontakt mit infektiösen Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Eine Ansteckung mit Tollwut erfolgt vorrangig über Hunde. Vor allem im Amazonasgebiet kommen Giftschlangen vor.

  • Meiden Sie grundsätzlich den Kontakt zu Tieren und deren Ausscheidungen.
  • Sollten Sie von einem Hund oder einer Giftschlange gebissen werden, begeben Sie sich umgehend in ärztliche Betreuung.
  • Meiden Sie den Kontakt zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern, da diese mit Urin von Nagetieren verunreinigt sein können.
  • Vermeiden Sie Verzehr von Fleischgerichten unklaren Ursprungs und rohen tierischen Produkten.
  • Lassen Sie sich bzgl. einer Tollwutimpfung beraten. Beachten Sie, dass Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline nicht oder nur sehr begrenzt im Land erhältlich sind.    
  • Beachten Sie unsere Hinweise zu Schlangenbissen.

Weitere Gesundheitsgefahren

Schistosomiasis ist eine Wurmerkrankung, die auch bei geringem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden kann. Auch in fließenden Gewässern kann Schistosoma übertragen werden.

  • Sehen Sie vom Baden und Schwimmen in Binnengewässern ab. 

Insbesondere in großen Städten kann es durch Luftverschmutzung zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. 

Intensive Sonneneinstrahlung kann zu kurz- und langfristigen Haut- und Augenschäden führen.

  • Informieren Sie sich z.B. über die App SunSmart über notwendige Sonnenschutzmaßnahmen.

Reisen ans Meer in Verbindung mit Schwimmen und Wassersport können mit besonderen Gefahren verbunden sein. 

  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
  • Machen Sie sich vor einem Tauchurlaub mit den grundlegenden Gefahren des Sporttauchens vertraut und lassen Sie sich vor Reiseantritt tauchmedizinisch beraten und untersuchen. Beachten Sie unsere Informationen zum Tauchen.

Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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Weitere Hinweise für Ihre Reise

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