Gesundheit und Impfungen in Turkmenistan
| Titel | Besondere Vorsichtsmaßnahmen |
|---|---|
| Tollwut |
3 |
| Meningokokken-Meningitis A,B,C,W,Y |
2 |
| Typhus |
4 |
| Hepatitis A und B |
1 |
Die medizinische Versorgung in Turkmenistan entspricht nicht europäischen Standards. Während Krankenhäuser und Kliniken in der Hauptstadt Aschgabat vergleichsweise gut ausgestattet sind, verfügen medizinische Einrichtungen in den ländlichen Regionen oft nur über eine sehr einfache Ausrüstung. Spezialisierte Behandlungen oder komplexe Eingriffe sind im gesamten Land nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.
Apotheken sind in Städten zwar weit verbreitet, bieten jedoch hauptsächlich Grundmedikamente an. Ausländische Markennamen sind selten erhältlich, und Verpackungen sowie Packungsbeilagen sind meist in russischer oder turkmenischer Sprache verfasst. Außerhalb von Aschgabat ist die Medikamentenversorgung extrem engpassgefährdet. Eine persönliche Reiseapotheke mit allen regelmäßig benötigten Medikamenten sollte daher zwingend mitgeführt werden. Da ausländische Rezepte nicht anerkannt werden und bestimmte Arzneimittel strengen Einfuhrbeschränkungen unterliegen, müssen Medikamente in der Originalverpackung zusammen mit einer ärztlichen Attestierung (vorzugsweise mit dem generischen Wirkstoffnamen) transportiert werden.
Fremdsprachenkenntnisse beim medizinischen Personal sind – insbesondere außerhalb der großen Krankenhäuser – stark begrenzt. Private Kliniken sind nur vereinzelt vorhanden, und Behandlungen müssen in der Regel sofort und in bar bezahlt werden.
Aufgrund dieser Einschränkungen wird allen Reisenden nach Turkmenistan dringend der Abschluss einer umfassenden Auslandsreisekrankenversicherung inklusive einer Rückholversicherung (z. B. durch ein deutsches Rettungsflugunternehmen) empfohlen. Bei schweren Erkrankungen oder Unfällen ist eine medizinische Evakuierung ins Ausland oft unerlässlich, wobei für einen Auslandsrückflug nach Deutschland mit Kosten von mindestens 50.000 Euro zu rechnen ist.
Das Leitungswasser in Turkmenistan besitzt generell keine Trinkwasserqualität und ist für ausländische Besucher nicht zum Verzehr geeignet. Wegen mangelnder Hygiene und unzureichender Wasserqualität sind Magen-Darm-Erkrankungen weit verbreitet. Selbst in großen Städten wie Aschgabat wird dringend davon abgeraten, Leitungswasser zu trinken oder zum Zähneputzen zu verwenden. In Flaschen abgefülltes Wasser ist in Geschäften, Hotels und Restaurants flächendeckend erhältlich und stellt im gesamten Land die sicherste Option dar. Trocken- oder Dosenmilch sollte ausschließlich mit abgekochtem oder behandeltem Flaschenwasser angerührt werden.
Beim Verzehr von Milch- und Nahrungsmitteln ist erhöhte Vorsicht geboten. Milch ist außerhalb großer Hotels häufig nicht pasteurisiert, weshalb Milchprodukte bevorzugt in renommierten Hotels oder Restaurants konsumiert werden sollten. Empfindlichen Personen wird geraten, auf Schweinefleisch, rohe Salate und Mayonnaise zu verzichten.
Frisch zubereitete, heiß servierte Speisen sind in der Regel sicher, während länger warmgehaltene Gerichte vermieden werden sollten. Fleisch- und Fischgerichte sollten stets nur gut durchgekocht oder durchgebraten gegessen werden. Gemüse sollte nur gekocht verzehrt und Obst vor dem Essen geschält oder gründlich mit Flaschenwasser gewaschen werden.
Reisende nach Turkmenistan sollten vor Reiseantritt überprüfen, ob die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene – darunter Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Grippe (Influenza) – aktuell sind und diese gegebenenfalls auffrischen lassen. Als Reiseimpfungen werden zudem Schutzimpfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen.
Landesweit besteht von April bis Oktober in bewachsenen Regionen, Gräsern, Sträuchern und im Unterholz ein Risiko für Übertragungen der Borreliose (Lyme-Krankheit) durch Zecken. Wirksamen Schutz bieten das Tragen hautbedeckender, heller Kleidung sowie die Anwendung zecken- und insektenabweisender Repellents.
