Essen und Trinken in Turkmenistan

Die turkmenische Küche ist herzhaft, bodenständig und eng mit dem nomadischen Erbe des Landes sowie dem Leben in der Wüste verbunden. Fleisch, Reis und Brot bilden das Fundament der meisten Mahlzeiten, während Gewürze eher sparsam und mild eingesetzt werden. Die Gerichte weisen eine große Ähnlichkeit zu den kulinarischen Traditionen anderer zentralasiatischer Länder auf, besitzen jedoch ausgeprägte regionale Besonderheiten.

Das unangefochtene Nationalgericht ist Plov – ein im großen Wok (Kasan) zubereitetes Gericht aus Reis, Zwiebeln, Karotten und zarten Lammfleischstücken. Ebenso weit verbreitet sind Schaschlik (gegrillte Fleischspieße), Manty (gedämpfte, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen) sowie herzhafte Suppen wie Schorpa (Fleisch- und Gemüsesuppe). Brot ist ein essenzieller Bestandteil jeder Mahlzeit; besonders das als Chorek oder Lipjoschka bekannte runde Fladenbrot wird frisch im Lehmofen (Tandoor) gebacken und den ganzen Tag über gereicht.

Zu den besonderen turkmenischen Spezialitäten gehören Ka'urma (in eigenem Fett ausgebackenes Lammfleisch), Tschurban Tschurpa (eine traditionelle Suppe aus Lammfett und grünem Tee) sowie Ischklykli – mit Fleisch und Zwiebeln gefüllte Fladen, die traditionell im heißen Wüstensand gegart werden. Während im Landesinneren und im Westen Lammfleisch mit Kräutern im Tandoori-Ofen dominiert, werden die Gerichte an der Küste des Kaspischen Meeres bevorzugt mit frischem Fisch zubereitet.

Vegetarische Optionen sind eher begrenzt, da Fleisch die zentrale Rolle in der lokalen Ernährung spielt. Beilagensalate aus Tomaten, Gurken und frischen Kräutern sind jedoch weit verbreitet. Die Portionsgrößen sind meist großzügig.

Tee ist das Hauptgetränk und wird den ganzen Tag über zu nahezu jeder Gelegenheit serviert. Neben schwarzem Tee gilt insbesondere grüner Tee als Nationalgetränk, während zum Frühstück häufig Kefir gereicht wird. Kaffee ist in einigen modernen Cafés und Hotels in Aschgabat erhältlich, spielt im Alltag jedoch eine untergeordnete Rolle.

Der Konsum von Alkohol ist zwar legal, spielt im öffentlichen Leben jedoch eine eher zurückhaltende Rolle. In Hotels und lizenzierten Restaurants werden Bier, Wein, Wodka, Weinbrand und Schaumwein angeboten. Die Verfügbarkeit kann schwanken und die Preise in Hotelrestaurants sind oft höher als erwartet. Trinken in der Öffentlichkeit ist unerwünscht, weshalb Besucher eine eher diskrete Trinkkultur vorfinden.

Spezialitäten: 

Die Liste der bekanntesten Gerichte und Spezialitäten zeigt die Vielfalt der turkmenischen Küche:

Plov: Ein Reisgericht, das mit Fleisch, Karotten und Zwiebeln langsam geschmort wird. Es gilt als das unangefochtene Nationalgericht und wird sowohl im Alltag als auch bei festlichen Anlässen serviert.

Schaschlik: Auf offenem Feuer gegrillte Spieße aus Lamm- oder Rindfleisch, die meist schlicht gewürzt sind.

Manty: Große, gedämpfte Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch und Zwiebeln, die traditionell mit Sauerrahm oder Joghurt gereicht werden.

Chorek: Das traditionelle runde Fladenbrot aus dem Lehmofen, das frisch gegessen wird und bei keiner Mahlzeit fehlen darf.

Dogroma: Ein herzhaftes, festliches Gericht aus klein geschnittenem Fladenbrot, das mit gekochtem Fleisch und einer kräftigen Zwiebelbrühe vermengt wird.

Schwarzer Tee: Das alltägliche Hauptgetränk in Turkmenistan, das den gesamten Tag über sowie vor und nach den Mahlzeiten serviert wird.

Chal: Ein leicht fermentiertes Getränk aus Kamelmilch mit säuerlicher Note, das vor allem in ländlichen Regionen geschätzt wird.

Lokales Bier: Wird in kleineren Mengen gebraut und ist hauptsächlich in Hotels oder lizenzierten Lokalen mit überschaubarer Sortenauswahl erhältlich.

Wodka und Spirituosen: Werden gelegentlich bei offiziellen Anlässen oder im privaten Rahmen konsumiert, spielen im öffentlichen Alltag jedoch eine untergeordnete Rolle.

Trinkgelder: 

Trinkgeld ist in Turkmenistan unüblich und wird generell nicht erwartet. In Hotelrestaurants ist eine Servicegebühr häufig bereits in der Rechnung enthalten. In anderen Gastronomiebetrieben wird das Aufrunden des Rechnungsbetrags oder das Hinterlassen eines kleinen Münzbetrags zwar geschätzt, ist jedoch keine Pflicht. Trinkgelder sollten stets bescheiden und diskret übergeben werden.

Drinking age: 

21 Jahre