Geschichte, Sprache und Kultur in Seychellen
Die Geschichte von Seychellen
Die Seychellen besaßen keine indigene Bevölkerung und blieben lange unbewohnt, auch wenn arabische und austronesische Seefahrer die Inseln vermutlich schon vor den Europäern kannten. Im Jahr 1502 erfasste der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama die Inselgruppe, woraufhin sie auf europäischen Seekarten erschien. Im 17. und frühen 18. Jahrhundert dienten einige der Inseln Piraten als Schlupfwinkel.
Frankreich erhob 1756 offiziell Anspruch auf den Archipel und benannte ihn nach Jean Moreau de Séchelles, dem Finanzminister unter König Ludwig XV. Die dauerhafte Besiedlung begann 1770 mit der Ankunft französischer Kolonisten und afrikanischer Sklaven auf Ste. Anne. Es entstanden Plantagen für Baumwolle, Gewürze und Kokosnüsse. Aus der Verschmelzung afrikanischer, europäischer und asiatischer Einflüsse entwickelte sich schrittweise die heutige kreolische Gesellschaft.
Während der Napoleonischen Kriege übernahm Großbritannien die Kontrolle und erhielt die Inseln 1814 im Pariser Frieden offiziell zugesprochen. Nach einer Phase als Verwaltungseinheit von Mauritius wurden die Seychellen 1903 zu einer eigenständigen britischen Kronkolonie. Nach der Abschaffung der Sklaverei im Britischen Weltreich in den 1830er Jahren trugen befreite Afrikaner zur weiteren kulturellen und demografischen Entwicklung bei.
Am 29. Juni 1976 erlangten die Seychellen die Unabhängigkeit von Großbritannien mit James Mancham als первым Präsidenten. Bereits im folgenden Jahr übernahm France-Albert René durch einen Staatsstreich die Macht und etablierte 1979 einen Einparteienstaat. Das Mehrparteiensystem wurde Anfang der 1990er Jahre wieder eingeführt, wenngleich René und seine Nachfolger der gleichen politischen Bewegung die Regierung über Jahrzehnte hinweg prägten.
Die Präsidentschaftswahl 2020 markierte den ersten friedlichen Machtwechsel zwischen konkurrierenden Parteien seit der Unabhängigkeit, als sich der Oppositionsführer Wavel Ramkalawan gegen den amtierenden Präsidenten Danny Faure durchsetzte. Heute bilden der Tourismus, der engagierte Umweltschutz und die Bewahrung des kreolischen Kulturerbes die zentralen Säulen der nationalen Entwicklung.
Interessante Fakten zur Geschichte: Da die Inseln bis zum 18. Jahrhundert unbewohnt waren, stammt die gesamte heutige Bevölkerung von Einwanderern ab. Namensgeber Jean Moreau de Séchelles hat den
Kultur in Seychellen
Das Christentum ist die vorherrschende Religion auf den Seychellen. Römisch-Katholiken stellen etwa 76 % der Bevölkerung, während Anglikaner rund 6 % ausmachen. Auf weitere christliche Konfessionen entfallen circa 7 %. Zudem bestehen kleine hinduistische und muslimische Gemeinschaften mit jeweils etwa 2 % Bevölkerungsanteil; eine Minderheit gehört anderen Glaubensrichtungen an oder ist konfessionslos.
