Mobilität vor Ort in Rumänien

Flugzeug: 

Im Vergleich zum Schienen- und Straßenverkehr spielen Inlandsflüge für die meisten Kurzstrecken eine untergeordnete Rolle. Aufgrund der geografischen Ausdehnung Rumäniens und der Gebirgsketten der Karpaten, die einzelne Regionen voneinander trennen, bieten Inlandsflüge auf längeren Strecken jedoch eine erhebliche Zeitersparnis.

Streckennetz & Fluggesellschaften:
Bukarest dient als zentrales Drehkreuz für den Inlandsflugverkehr. Die wichtigste Fluggesellschaft für Binnenverbindungen ist die nationale Airline TAROM (RO), die die Hauptstadt regelmäßig mit größeren Regionalzentren wie Cluj-Napoca, Timișoara, Iași, Oradea, Suceava und Baia Mare verbindet. Zudem bedienen Low-Cost-Airlines (u. a. Wizz Air) ausgewählte Inlandsrouten.

Straße: 

Das Auto gehört zu den wichtigsten Verkehrsmitteln in Rumänien, um abgelegene Regionen, Berggebiete und kleinere Ortschaften zu erreichen, die nicht direkt an das Flug- oder Bahnnetz angeschlossen sind. Für europäische Verhältnisse ist das Land flächenmäßig groß; durch gebirgige Abschnitte und Durchfahrten von Ortschaften können Fahrzeiten oft länger ausfallen als die reinen Kilometerdistanzen vermuten lassen.

Straßennetz & Autobahnen:
Das rumänische Autobahnnetz wird stetig ausgebaut – insbesondere im Westen des Landes und rund um Bukarest. Wichtige Zentren wie Bukarest, Cluj-Napoca, Brașov, Sibiu, Timișoara und Constanța sind über das Hauptstraßennetz gut miteinander verbunden.

Panorama-Passstraßen:
Besonders eindrucksvoll sind die Fahrten durch die Karpaten über die beiden berühmten Passstraßen, die die Walachei mit Siebenbürgen verbinden:

  • Transfăgărășan (DN7C): Eine der spektakulörsten Hochstraßen Europas mit zahlreichen Serpentinen und Panoramablicken.
  • Transalpina (DN67C): Die höchstgelegene Passstraße Rumäniens.

Hinweis: Beide Passstraßen sind in der Regel nur in den schneefreien Sommermonaten (ca. Juni bis Oktober) geöffnet und im Winter wegen Schnee und Eis gesperrt.

Maut (Rovinieta):
Auf allen Nationalstraßen und Autobahnen besteht für Pkw Mautpflicht. Die elektronische Vignette (Rovinieta) ist für Zeiträume von 1 Tag, 10 Tagen, 30 Tagen, 60 Tagen oder 1 Jahr erhältlich. Der Kauf sollte am besten vorab online bei roviniete.ro oder direkt an den Grenzübergängen sowie Tankstellen erfolgen.

Tankstellen & Kraftstoff:
Tankstellen (u. a. Petrom, Rompetrol, MOL, OMV) sind flächendeckend vorhanden, an Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen häufig rund um die Uhr. Die Kraftstoffpreise sind im mitteleuropäischen Vergleich meist günstiger. Die Akzeptanz von internationalen Kredit- und Debitkarten ist an allen modernen Tankstellen Standard; in sehr entlegenen ländlichen Gebieten empfiehlt sich jedoch weiterhin die Mitnahme von etwas Bargeld in der Landeswährung (RON).

Links-/Rechtsverkehr: 
Right
Straßenqualität: 

Die Straßenqualität variiert in Rumänien je nach Region und Straßentyp erheblich. Autobahnen, Europastraßen und die wichtigsten Hauptverbindungsstraßen (Nationalstraßen / DN) zwischen den größeren Städten – insbesondere im Westen des Landes und rund um Bukarest – sind in einem guten Zustand.

Nebenstraßen & ländliche Regionen:
Nebenstraßen sowie Fahrwege zu kleineren Dörfern weisen häufiger Schlaglöcher, unebene Fahrbahnen und fehlende Asphaltierung auf. Bei starkem Regen sind unbefestigte Strecken ohne Allradantrieb schwer passierbar. Es empfiehlt sich daher, auf den ausgeschilderten Nationalstraßen zu bleiben und Abkürzungen über untergeordnete Landwege zu vermeiden.

Besonderheiten & Sicherheitshinweise:

  • Sichtverhältnisse bei Dunkelheit: Straßenschilder und Leitpfosten bestehen stellenweise aus nicht reflektierendem Material und sind bei Nacht schwer zu erkennen. Zudem fehlt auf vielen ländlichen Routen eine Straßenbeleuchtung. Nachtfahrten über Land sollten daher nach Möglichkeit vermieden werden.
  • Hindernisse auf Fahrbahnen: In Ortschaften und auf Nebenstraßen muss jederzeit mit unbeleuchteten Pferdefuhrwerken, Fußgängern, Radfahrern oder Weidevieh auf der Straße gerechnet werden.
  • Gebirgsstraßen: Passstraßen durch die Karpaten sind landschaftlich spektakulär, aber oft eng und kurvenreich. Im Winter können Schnee, Eis und Nebel die Fahrbahnverhältnisse beeinträchtigen; einige hochgelegene Pässe werden saisonal komplett gesperrt.
Straßenklassifizierung: 

Das Straßennetz in Rumänien gliedert sich in folgende Kategorien und Kennzeichnungen:

  • Autobahnen (autostrăzi): Kennzeichnung mit A auf grünem Grund (z. B. A1, A3) für den schnellen Fernverkehr zwischen Großstädten und Regionen.
  • Schnellstraßen (drumuri expres): Kennzeichnung mit DEx bzw. DX auf rotem Grund mit Nummer oder Buchstaben.
  • Nationalstraßen (drumuri naționale): Kennzeichnung mit DN auf rotem Grund. Sie verbinden wichtige Städte, Regionen und Grenzübergänge. Hauptrouten des internationalen Verkehrs sind zusätzlich mit der Europastraßen-Bezeichnung E (grünes Schild) gekennzeichnet.
  • Kreisstraßen (drumuri județene): Kennzeichnung mit DJ auf blauem Grund mit dreistelliger Nummer oder Buchstaben für regionale Verbindungen.
  • Gemeindestraßen (drumuri comunale): Kennzeichnung mit DC auf gelbem Grund mit dreistelliger Nummer oder Buchstaben zur Erschließung kleinerer Dörfer und ländlicher Gebiete.
Autovermietung: 

Mietwagen:
Mietwagen sind in Rumänien flächendeckend verfügbar. Vertretungen internationaler sowie lokaler Autovermietungen finden sich an allen größeren Flughäfen, Hauptbahnhöfen und in Städten wie Bukarest, Cluj-Napoca, Brașov, Timișoara und Sibiu. Ein Mietwagen bietet die flexibelste Möglichkeit, Panoramastraßen wie die Transfăgărășan oder abgelegene Dörfer in Siebenbürgen und Maramureș zu erkunden.

Voraussetzungen & Bestimmungen:

  • Mindestalter & Führerschein: Fahrer müssen in der Regel mindestens 21 Jahre alt sein (variiert je nach Fahrzeugkategorie und Anbieter) und seit mindestens einem Jahr einen gültigen Führerschein besitzen. Nationalführerscheine aus EU-/EWR-Ländern und der Schweiz werden problemlos anerkannt. Ein internationaler Führerschein wird nur empfohlen, wenn der nationale Führerschein nicht im lateinischen Alphabet ausgestellt ist.
  • Gebühren & Altersgrenzen: Für Fahrer unter 25 Jahren erheben viele Autovermietungen vor Ort eine Jungfahrer-Gebühr (Young Driver Surcharge). Einige Anbieter sehen zudem eine Höchstaltersgrenze (häufig 70 bis 75 Jahre) vor.
  • Grenzübertritt & Versicherung: Bei geplanten Fahrten in Nachbarländer (z. B. nach Bulgarien, Ungarn, Serbien oder Moldau) muss vorab die ausdrückliche Zustimmung der Autovermietung eingeholt und der Versicherungsschutz entsprechend erweitert werden.
Taxi: 

Taxis & Ride-Hailing:
Taxis stehen in rumänischen Städten wie Bukarest, Cluj-Napoca, Brașov und Timișoara flächendeckend zur Verfügung. Offizielle, lizensierte Taxis sind durch Firmenschilder, ein Dachschild sowie gut sichtbare Tarifaufdrucke an den Fahrzeugtüren erkennbar (die Fahrzeugfarben variieren, in Bukarest sind sie meist gelb). Fahrten sind im europäischen Vergleich günstig.

Praxistipps für Taxis:

  • Empfehlung: Es wird dringend geraten, nur gekennzeichnete Taxis zu nutzen, die telefonisch, per App oder an offiziellen Taxiständen (z. B. an Bahnhöfen und Flughäfen) bestellt wurden. Unaufgefordert ansprechende Fahrer in Terminals oder Bahnhofshallen sollten gemieden werden.
  • Fahrpreise & Trinkgeld: Der Taxameter sollte bei Fahrtbeginn stets eingeschaltet werden. Trinkgeld ist nicht verpflichtend, üblich ist jedoch das Aufrunden des Betrags bzw. ein Aufschlag von ca. 5–10 % bei gutem Service.
  • Flughafen Bukarest (Henri Coandă): Am Flughafen stehen offizielle Taxis an den ausgewiesenen Haltestellen sowie automatische Bestell-Terminals in der Ankunftshalle bereit.

Ride-Hailing-Dienste (Uber & Bolt):
In Großstädten sind Vermittlungs-Dienste wie Uber und Bolt extrem weit verbreitet und werden von Besuchern oft bevorzugt, da Preis und Route vorab in der App transparent angezeigt und bargeldlos abgewickelt werden.

Fahrrad-/Rollerverleih: 

Das Radfahren in Rumänien reicht von städtischem Pendeln über gemütliche Touren durch ländliche Regionen bis hin zu anspruchsvollem Mountainbiking in den Karpaten. Abseits der Großstädte bietet das Land mit abwechslungsreichen Landschaften, traditionellen Dörfern und ruhigen Nebenstraßen hervorragende Bedingungen für erfahrene Radfahrer.

Fernradwege & Radfernreisen:
In mehreren Regionen wird die Infrastruktur für den Radtourismus stetig ausgebaut. Dazu gehören Abschnitte des internationalen EuroVelo-Netzes (insbesondere EuroVelo 6 entlang der Donau). Die Donau-Region sowie Siebenbürgen (Transsilvanien) zählen dank ihrer historischen Städte, eindrucksvollen Szenerien und verkehrsarmen Landstraßen zu den beliebtesten Zielen für Mehrtagestouren.

Mountainbiking & Rennrad in den Karpaten:
Mountainbiking und Rennradfahren erfreuen sich in den Gebirgsregionen wachsender Beliebtheit. Hotspots sind die Regionen rund um Brașov (Kronstadt), Sibiu (Hermannstadt) und das Apuseni-Gebirge. Aufgrund steiler Steigungen, kurvenreicher Strecken und rasch wechselnder Wetterbedingungen erfordern viele Routen im Gebirge eine gute körperliche Kondition.

Radinfrastruktur in Städten:
Die städtische Radinfrastruktur ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während Bukarest im Vergleich zu westeuropäischen Hauptstädten nur über wenige getrennte Radwege verfügt, investieren andere Großstädte (wie Cluj-Napoca oder Sibiu) zunehmend in den Ausbau von Radwegen und städtischen Bike-Sharing-Systemen.

Reisebus: 

Fern- und Kleinbusse bilden einen zentralen Pfeiler des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs in Rumänien. Sie ergänzen das Schienennetz ideal und verbinden auch entlegene Ortschaften sowie ländliche Regionen, die nicht direkt von Zügen angefahren werden.

Fahrzeugtypen & Streckennetz:
Das Angebot reicht von modernen, klimatisierten Reisebussen auf den Hauptstrecken zwischen den Großstädten bis hin zu kleineren Minibussen (microbuze), die im regionalen und ländlichen Linienverkehr eingesetzt werden. Neben Bukarest dienen auch regionale Zentren wie Cluj-Napoca, Brașov, Iași und Timișoara als wichtige Knotenpunkte für den Busverkehr.

Tickets & Fahrpreise:
Fahrkarten sind im europäischen Vergleich sehr günstig. Je nach Anbieter und Strecke können Tickets vorab online, an den Busbahnhöfen (Autogară) oder direkt beim Fahrer erworben werden. Auf Hauptverbindungen empfiehlt sich eine Reservierung im Voraus.

Bestimmungen: 

Verkehrsbestimmungen:

  • Rechtsverkehr: In Rumänien gilt Rechtsverkehr.
  • Promillegrenze: Es gilt ein striktes absolutes Alkoholverbot (0,0 Promille) am Steuer. Verstöße werden streng geahndet und führen in der Regel zum Führerscheinentzug.
  • Lichtpflicht: Das Fahren mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht ist das gesamte Jahr über auf allen Straßen Pflicht (auch tagsüber und innerorts).
  • Telefonieren: Mobiltelefone dürfen während der Fahrt nur mit einer Freisprechanlage benutzt werden.
  • Anschnallpflicht & Kinderbeförderung: Für alle Insassen besteht Anschnallpflicht. Kinder unter 3 Jahren müssen in geeigneten Rückhaltevorrichtungen befördert werden. Kinder unter 12 Jahren bzw. unter 1,50 m Körpergröße benötigen einen passenden Kindersitz.
  • Pflichtmitführbringsel im Fahrzeug:
    • 2 Warndreiecke
    • Feuerlöscher (gilt für alle Kfz inklusive Pkw und Wohnmobile, auch bei der Durchreise)
    • Erste-Hilfe-Kasten (Verbandskasten)
    • Reflektierende Warnweste (muss beim Verlassen des Fahrzeugs außerhalb geschlossener Ortschaften getragen werden)
  • Winterreifenpflicht: Bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Eis, Schneematsch) sind Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben.

Geschwindigkeitsbegrenzungen (für Pkw):

  • Innerorts: 50 km/h
  • Außerorts / Landstraßen: 90 km/h
  • Schnellstraßen (Expresswege) & Europastraßen: 100 km/h
  • Autobahnen: 130 km/h

Hinweis zu Bußgeldern: Polizei- und Geschwindigkeitskontrollen sind auf Hauptverkehrsachsen und Autobahnen häufig. Verstöße können mit sofortigen Bußgeldern geahndet werden.

Abschleppdienst: 

Rumänien verfügt über ein gut ausgebautes Netz an Pannendiensten und Abschleppunternehmen – insbesondere entlang der Autobahnen, Nationalstraßen und rund um die größeren Städte. In abgelegenen ländlichen Gebieten oder Gebirgsregionen kann die Anfahrtszeit vor allem im Winter länger ausfallen.

Allgemeiner Notruf:
Die europaweite Notrufnummer für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr ist in Rumänien die 112.

Rumänischer Automobilklub (ACR):
Der rumänische Automobilklub Automobil Clubul Român (ACR) bietet Pannendienste für eigene Mitglieder sowie für Mitglieder partnerrelevanter internationaler Automobilklubs (z. B. ADAC, ÖAMTC, TCS) an.
Kontakt: Tel. +40 (21) 315 55 10 oder nationale Kurzwahl 9699.

Pannen- und Notruf für Klubs aus dem DACH-Raum (z. B. ADAC):
Der Auslandsnotruf des ADAC steht Mitgliedern und Inhabern eines Auslandskranken- und Unfallschutzes rund um die Uhr zur Verfügung (Unterstützung bei Pannen, Unfällen, Dokumentenverlust oder medizinischen Notfällen):

  • Bei Fahrzeugschäden / Pannen: Tel. +49 (89) 22 22 22
  • Bei Erkrankungen / medizinischen Notfällen: Tel. +49 (89) 76 76 76

Mietwagen-Hinweis: Bei einer Panne oder einem Unfall mit einem Mietwagen sollte immer zuerst die Notfallnummer der Autovermietung kontaktiert werden, da die meisten Mietverträge eigene Pannenschutzleistungen vorschreiben.

Unterlagen: 

Bei Fahrten in Rumänien müssen Führerschein, Ausweisdokumente (Reisepass oder Personalausweis), Fahrzeugschein sowie der Versicherungsnachweis stets im Fahrzeug mitgeführt werden. Auf allen gebührenpflichtigen Straßen muss zudem eine gültige elektronische Maut (Rovinieta) auf das Kennzeichen registriert sein.

Führerscheinbestimmungen:

  • EU- und EWR-Bürger: Nationale Führerscheine aus EU- und EWR-Mitgliedstaaten sowie der Schweiz sind in Rumänien uneingeschränkt und unbefristet gültig.
  • Drittstaaten: Nationale Führerscheine aus vielen Nicht-EU-Ländern werden für einen vorübergehenden Aufenthalt (bis zu 185 Tage ab Wohnsitznahme) anerkannt, sofern sie im lateinischen Alphabet ausgestellt sind. Bei anderen Schriftzeichen wird ein Internationaler Führerschein als Zusatzdokument benötigt. Rumänien erkennt Internationale Führerscheine von Staaten an, die die Wiener Straßenverkehrskonvention von 1968 oder das Genfer Abkommen von 1949 ratifiziert haben.
  • Einschränkungen: Nationale Führerscheine einzelner Drittstaaten (z. B. Ghana) werden in Rumänien nicht anerkannt. Vorläufige Führerscheine aus dem Ausland werden ebenfalls nicht akzeptiert.

Kfz-Versicherung & Versicherungsnachweis:

  • Kennzeichenabkommen (EU/EFTA): Für Fahrzeuge aus EU- und EFTA-Staaten gilt das amtliche Kennzeichen als ausreichender Nachweis der Haftpflichtversicherung.
  • Empfehlung Internationale Versicherungskarte (Grüne Karte): Trotz der Kennzeichenregelung wird EU- und EFTA-Bürgern die Mitnahme der Internationalen Versicherungskarte für den Kraftverkehr (Grüne Karte) dringend empfohlen. Sie erleichtert im Unfall- oder Schadensfall die Aufnahme vor Ort erheblich und stellt sicher, dass der volle Versicherungsschutz greift.
  • Nicht-EU-Staaten: Fahrzeuge aus Nicht-EU-Ländern müssen eine gültige Grüne Karte mit Länderkennung RO oder eine entsprechende Grenzversicherung vorweisen.
  • Zusatzversicherung: Für Reisen mit dem eigenen Fahrzeug wird zusätzlich der Abschluss einer Kurzkaskoversicherung empfohlen.
In der Stadt unterwegs: 

In rumänischen Großstädten gibt es ein gut ausgebautes und preiswertes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Öffentlicher Nahverkehr in Bukarest:
Die Hauptstadt Bukarest verfügt über ein umfangreiches Nahverkehrsnetz aus U-Bahn, Bus Linien, Straßenbahnen und Oberleitungsbussen (Trolleybussen).

  • U-Bahn (Metrorex): Das unterirdische U-Bahn-Netz wird von Metrorex betrieben. Es ist modern, verlässlich und verbindet die wichtigsten Stadtteile, Geschäftszentren und Bahnhöfe (z. B. Gara de Nord). U-Bahn-Tickets bzw. Entwertungen gelten zeitunabhängig für eine Fahrt, solange man den kostenpflichtigen Bereich hinter den Bahnsteigsperren nicht verlässt.
  • Oberflächenverkehr (STB): Busse, Straßenbahnen und Trolleybusse erschließen Gebiete abseits der U-Bahn-Linien. Beachten Sie, dass es auf den Straßen im Berufsverkehr häufig zu Staus kommen kann. Tickets für den Oberflächenverkehr müssen vor der Fahrt erworben und beim Einstieg validiert werden (kontaktloses Zahlen mit Bankkarte im Fahrzeug ist weit verbreitet).
  • Fahrkartenangebot: Neben Einzelfahrscheinen gibt es 10er-Karten, Tages-, Wochen- und Monatskarten sowie kombinierte Umsteigetickets für Bus/Straßenbahn und U-Bahn.
  • Altstadt & Fußgängerzonen: Das historische Zentrum (Lipscani) lässt sich ideal zu Fuß erkunden. Ergänzend stehen Taxis sowie Ride-Hailing-Dienste (Uber, Bolt) günstig zur Verfügung.

Öffentlicher Nahverkehr in anderen Städten:
Weitere Großstädte wie Cluj-Napoca, Timișoara, Iași und Brașov betreiben eigene, gut ausgebildete Bus- und Straßenbahnnetze. In kleineren Städten liegt der Schwerpunkt auf Bussen, Minibussen (microbuze) und Taxis. Die Fahrpreise sind im gesamten Land im europäischen Vergleich sehr günstig.

Bahn: 

Rumänien verfügt über eines der größten Schienennetze Osteuropas. Die Bahn ist weiterhin ein wichtiges und preiswertes Verkehrsmittel für Reisen zwischen den Großstädten und Regionen. Der Personenverkehr wird überwiegend von der staatlichen Eisenbahngesellschaft CFR Călători betrieben.

Streckennetz & Züge:
Direkte Bahnverbindungen verknüpfen Bukarest mit Städten wie Cluj-Napoca, Brașov, Sibiu, Timișoara, Iași, Constanța und Suceava. Auf längeren Inlandsstrecken (z. B. von Bukarest in den Norden oder Westen des Landes) verkehren Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen.

Zugkategorien & Komfort:

  • InterCity (IC) & InterRegio (IR): Schnellere und modernere Fernzüge mit höherem Komfort. Für diese Züge sind Zuschläge sowie eine obligatorische Sitzplatzreservierung erforderlich. Einzelne Fernzüge verfügen über Speisewagen oder Catering-Angebote.
  • Regio (R): Nahverkehrszüge, die auch kleinere Stationen bedienen. Sie sind sehr günstig, verhalten sich jedoch deutlich langsamer und bieten einfacheren Standard.

Fahrkarten & Buchung:
Die Fahrpreise sind im europäischen Vergleich sehr günstig. Tickets und Reservierungen können bequem vorab online über die Website der CFR Călători, per mobiler App oder direkt an den Bahnhofsschaltern gekauft werden.

Barrierefreiheit & Praxishinweis:
In vielen rumänischen Zügen und auf älteren Bahnhöfen befinden sich die Einstiegstüren der Waggons recht hoch über dem Bahnsteig. Das Einsteigen mit schwerem Gepäck oder für Personen mit eingeschränkter Mobilität kann daher beschwerlich sein.

Rail-Pass: 

Rumänien ist vollständig an das internationale Schienennetz von Interrail und Eurail angeschlossen. Sowohl der Interrail One Country Pass als auch der Interrail Global Pass (sowie Eurail Passes für Nicht-EU-Bürger) werden auf fast allen Verbindungen der staatlichen Bahngesellschaft CFR Călători akzeptiert.

Sitzplatzreservierungen:
Beachten Sie, dass in Rumänien auf den meisten Fernverkehrszügen (InterCity, InterRegio) sowie in internationalen Zügen eine obligatorische Sitzplatzreservierungspflicht besteht. Die Reservierungsgebühren müssen vor Fahrtantritt zusätzlich an den Schaltern oder online erworben werden.

Preistipp: Wer ausschließlich innerhalb Rumöniens reist, sollte vorab die Preise für reguläre Einzeltickets vergleichen. Da die Bahntarife im Land im europäischen Vergleich sehr günstig sind, ist der Kauf von Einzelfahrkarten oft preiswerter als der Interrail One Country Pass.

Schiff: 

Die Binnenschifffahrt spielt in Rumänien vor allem entlang der Donau, auf dem Donau-Schwarzmeer-Kanal sowie im artenreichen Donaudelta eine wichtige Rolle – sowohl für den Frachtverkehr als auch für den lokalen Personenverkehr und den Tourismus. Zu den schiffbaren Flüssen des Landes gehören neben der Donau unter anderem die Theiß (Tisa), Mureș, Siret und der Pruth (Prut).

Donaudelta & Personenschifffahrt:
Das Donaudelta ist weitgehend frei von Autostraßen, sodass Schiffe und Boote das Hauptverkehrsmittel darstellen. Die Stadt Tulcea gilt als das zentrale Tor zum Delta. Von hier aus verkehren Linienfähren, Passagierschiffe und Wassertaxis zu isolierten Ortschaften wie Sulina, Sfântu Gheorghe und Mila 23. Für Touristen werden Tagesausflüge, mehrtägige Naturkreuzfahrten sowie Fahrten mit Fischer- oder Schnellbooten angeboten, um Pelikane, Reiher und andere seltene Vogelarten in den schmalen Schilfkanälen zu beobachten.

Fährverbindungen entlang der Donau:
Entlang der Donau bestehen an mehreren Punkten Autofähren und Passagierschiffe zur Überquerung des Flusses sowie zur regionalen Anbindung, unter anderem bei Brăila, Galați, Tulcea und Smârdan. Zudem verbinden Ausflugsschiffe in den Sommermonaten Küstenorte entlang der Schwarzmeerküste.

Schwarzmeerhafen Constanța:
Der Hafen von Constanța ist der bedeutendste Seehafen des Landes und bildet den Endpunkt des europäischen Binnenwasserweges Rhein-Main-Donau zum Schwarzen Meer.