Mobilität vor Ort in Indien
Die nationale Fluggesellschaft Air India (AI) fliegt zahlreiche Ziele im ganzen Land an. Zusätzlich wird der Inlandsflugverkehr von IndiGo (6E) und SpiceJet (SG) bedient.
Indien verfügt über eines der größten Straßennetze der Welt. Ein dichtes Netz aus National Highways, Expressways und Regionalstraßen verbindet alle großen Städte und Regionen des Landes. Während die Hauptverkehrsachsen überwiegend gut ausgebaut sind, können Nebenstraßen – insbesondere in ländlichen Gebieten – schmal, unbefestigt oder in unterschiedlichem Zustand sein.
Straßenreisen bieten eine gute Möglichkeit, die landschaftliche und kulturelle Vielfalt Indiens kennenzulernen. Allerdings verlängern dichter Verkehr, Straßenarbeiten, Mautstellen sowie langsamere Verkehrsteilnehmer wie Motorräder, Fahrräder, Rikschas, Fußgänger und frei laufende Tiere die Fahrzeiten häufig deutlich. Tankstellen sind entlang der wichtigsten Fernstraßen weit verbreitet; in abgelegenen Regionen empfiehlt es sich jedoch, rechtzeitig zu tanken.
Zu den bekanntesten Panoramastraßen des Landes gehören:
- Leh–Manali Highway: Eine der spektakulärsten Hochgebirgsstraßen der Welt mit Pässen auf über 5.000 m Höhe. Die Strecke ist in der Regel nur von Juni bis Oktober befahrbar.
- Manali–Spiti-Valley-Route: Eine beeindruckende Strecke durch Schluchten, Hochgebirgswüsten und traditionelle Himalaya-Dörfer.
- Mumbai–Goa (NH 66): Eine abwechslungsreiche Küstenstraße entlang der Konkan-Küste mit Stränden, Fischerdörfern und tropischer Vegetation.
- East Coast Road (Chennai–Puducherry): Eine beliebte Küstenroute entlang der Bucht von Bengalen mit Stränden, Tempeln und der ehemaligen französischen Kolonialstadt Puducherry.
Maut: Zahlreiche Expressways, National Highways und einige Brücken sind gebührenpflichtig. Die Bezahlung erfolgt überwiegend elektronisch über das FASTag-System; auf einzelnen Strecken sind weitere Zahlungsmöglichkeiten verfügbar. Zu den bekanntesten mautpflichtigen Straßen gehören der Mumbai–Pune Expressway und der schrittweise eröffnete Delhi–Mumbai Expressway, dessen weitere Bauabschnitte nach und nach in Betrieb gehen.
Die Qualität der Straßen variiert in Indien erheblich. National Highways und moderne Expressways sind überwiegend gut ausgebaut und mehrspurig. In ländlichen Regionen können Straßen hingegen schmal, unbefestigt oder in schlechtem Zustand sein. Während der Monsunzeit sind Überschwemmungen und Straßenschäden keine Seltenheit, wodurch einzelne Strecken vorübergehend nur eingeschränkt oder gar nicht passierbar sein können.
Vor allem in und um größere Städte ist mit dichtem Verkehr zu rechnen. Hinzu kommen Fußgänger, Fahrräder, Rikschas, langsam fahrende Fahrzeuge sowie frei laufende Tiere, die jederzeit auf der Fahrbahn auftauchen können. Fahrten bei Dunkelheit außerhalb der großen Fernstraßen sind wegen schlechter Beleuchtung und erhöhter Unfallgefahr möglichst zu vermeiden.
Das indische Straßennetz gliedert sich in National Highways, State Highways (Bundesstaatenstraßen), Bezirksstraßen und lokale Straßen. Die National Highways bilden das Rückgrat des Fernverkehrs und sind in der Regel am besten ausgebaut. Die Qualität der übrigen Straßen variiert je nach Region erheblich.
Die Beschilderung auf National Highways und den meisten State Highways ist überwiegend gut und erfolgt häufig zweisprachig in Englisch sowie der jeweiligen Landessprache, in den Hindi-sprachigen Bundesstaaten meist zusätzlich auf Hindi. Auf kleineren Straßen kann die Beschilderung lückenhaft sein. Navigations-Apps sind eine wertvolle Hilfe, in abgelegenen Regionen empfiehlt es sich jedoch, zusätzlich nach dem Weg zu fragen.
Mietwagen können an den internationalen Flughäfen sowie in den größeren Städten und Touristenzentren angemietet werden. Viele Reisende entscheiden sich jedoch für einen Mietwagen mit Chauffeur, da dies vergleichsweise preisgünstig ist und das Fahren im oft dichten und ungewohnten Straßenverkehr deutlich erleichtert.
Selbstfahrer-Mietwagen werden ebenfalls angeboten, sind jedoch weniger verbreitet und eignen sich vor allem für erfahrene Fahrer, die mit den örtlichen Verkehrsverhältnissen vertraut sind. Besonders während der Hauptreisezeiten empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.
Taxis stehen in den meisten Städten in großer Zahl zur Verfügung. Daneben sind App-basierte Fahrdienste wie Uber und Ola weit verbreitet und gelten als bequeme und meist preisgünstige Alternative. Für Fahrten vom und zum Flughafen bieten viele Hotels einen eigenen Transferservice an.
Zahlreiche Taxis verfügen über ein Taxameter, dieses wird jedoch nicht immer genutzt. Es empfiehlt sich daher, den Fahrpreis vor Fahrtantritt zu vereinbaren oder ein Fahrzeug über eine App zu buchen, bei der der Preis im Voraus festgelegt wird.
Für kürzere Strecken sind Auto-Rikschas (Auto-Rickshaws) ein beliebtes Verkehrsmittel. Ist kein Taxameter vorhanden oder wird dieses nicht verwendet, sollte auch hier der Fahrpreis vorab vereinbart werden. In vielen Städten verkehren außerdem geteilte Auto-Rikschas als günstige Sammeltaxis auf festen Routen. Fahrrad-Rikschas sind vor allem in älteren Stadtvierteln und kleineren Städten anzutreffen.
Radfahren ist in Indien grundsätzlich möglich, aufgrund des dichten Verkehrs, der teils unübersichtlichen Straßenverhältnisse und des Fahrverhaltens vieler Verkehrsteilnehmer jedoch vor allem erfahrenen Radfahrern zu empfehlen. Insbesondere in Großstädten ist das Fahrrad als Verkehrsmittel nur eingeschränkt geeignet.
Für Radtouren bieten sich vor allem landschaftlich reizvolle Regionen wie Kerala, Rajasthan oder die Ausläufer des Himalayas an. Organisierte Radreisen mit ortskundigen Veranstaltern sind dort eine beliebte Möglichkeit, die Umgebung abseits der Hauptverkehrswege zu erkunden.
Ein dichtes Busnetz verbindet nahezu alle Regionen Indiens. Neben den staatlichen Verkehrsbetrieben der einzelnen Bundesstaaten verkehren zahlreiche private Busunternehmen. Busreisen gehören zu den günstigsten Möglichkeiten, längere Strecken innerhalb des Landes zurückzulegen.
Das Angebot reicht von einfachen Linienbussen bis zu modernen, klimatisierten Reisebussen mit verstellbaren Sitzen oder Schlafkabinen (Sleeper Buses), die vor allem auf längeren und nächtlichen Strecken eingesetzt werden. Da Komfort und Service je nach Anbieter erheblich variieren, empfiehlt sich die Buchung bei renommierten Unternehmen oder über etablierte Buchungsplattformen.
Zu den bekannten privaten Fernbusanbietern gehört Neeta Tours & Travels, das insbesondere im Westen Indiens ein umfangreiches Streckennetz betreibt. Auch FlixBus India bietet Verbindungen zwischen zahlreichen Städten an und baut sein Streckennetz kontinuierlich aus.
Stadtrundfahrten sowie organisierte Tages- und Mehrtagestouren werden unter anderem von Ashok Travels & Tours (ATT), einer Tochtergesellschaft der India Tourism Development Corporation (ITDC), angeboten.
Verkehrsbestimmungen:
- In Indien herrscht Linksverkehr.
- Für Motorradfahrer und ihre Mitfahrer besteht Helmpflicht.
- Sicherheitsgurte sind auf allen mit Gurten ausgestatteten Sitzplätzen anzulegen.
- Die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt ist ohne Freisprecheinrichtung verboten.
- Für Alkohol am Steuer gelten strenge Vorschriften. Die zulässige Promillegrenze und die Ahndung von Verstößen können je nach Bundesstaat unterschiedlich geregelt sein.
- Fahrzeuge mit Linkslenkung, die vorübergehend nach Indien eingeführt werden, müssen entsprechend den geltenden Vorschriften gekennzeichnet sein.
Geschwindigkeitsbeschränkungen:
- Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten werden von den Bundesstaaten und der Art der Straße bestimmt.
- In geschlossenen Ortschaften liegen sie häufig zwischen 40 und 60 km/h.
- Auf National Highways und Expressways gelten je nach Fahrzeugklasse und Strecke in der Regel Höchstgeschwindigkeiten von 80 bis 100 km/h.
Der ADAC-Auslandsnotruf bietet ADAC-Mitgliedern sowie Inhabern entsprechender Schutzbriefe und Versicherungen rund um die Uhr Unterstützung – unter anderem bei Fahrzeugpannen, Verkehrsunfällen, dem Verlust von Reisedokumenten oder medizinischen Notfällen. Aktuelle Notrufnummern und Informationen zu den Leistungen sind auf der Website des ADAC verfügbar.
ADAC-Partnerclubs gibt es in Indien unter anderem in folgenden Städten:
- Mumbai: Western India Automobile Association (WIAA)
- Kolkata: Automobile Association of Eastern India (AAEI)
- Neu-Delhi: Automobile Association of Upper India (AAUI)
- Chennai: Automobile Association of Southern India (AASI)
- Prayagraj (ehemals Allahabad): Uttar Pradesh Automobile Association (UPAA)
Unterlagen: Ausländische Fahrer müssen einen gültigen nationalen Führerschein mitführen. Zusätzlich wird ein Internationaler Führerschein empfohlen und ist bei Mietwagenanbietern häufig Voraussetzung. Bei Fahrten mit dem eigenen Fahrzeug sollten außerdem Reisepass, Visum, Fahrzeugschein, Versicherungsnachweis sowie – bei der vorübergehenden Einfuhr eines Fahrzeugs – ein Carnet de Passages mitgeführt werden. Das Carnet de Passages kann in Deutschland über den ADAC beantragt werden.
Service-Hotline für Touristen in Indien: Tel. 18 00 11 13 63 oder Kurzwahl 1363 (rund um die Uhr verfügbar, mehrsprachig).
In den meisten Städten stehen Taxis, Auto-Rikschas und teilweise auch Fahrrad-Rikschas als Verkehrsmittel zur Verfügung. Daneben sind App-basierte Fahrdienste wie Uber und Ola weit verbreitet und eine komfortable Möglichkeit, sich innerhalb der Städte fortzubewegen.
Öffentliche Verkehrsmittel sind preiswert und werden intensiv genutzt, können jedoch insbesondere während der Hauptverkehrszeiten sehr voll sein. In Mumbai betreibt Brihanmumbai Electric Supply & Transport (BEST) ein dichtes Netz aus Stadtbussen. Wie in allen stark frequentierten Verkehrsmitteln sollte auf Wertsachen geachtet werden.
U-Bahn-Systeme (Metro) gibt es unter anderem in Delhi, Mumbai, Kolkata, Chennai, Bengaluru (Bangalore), Hyderabad, Kochi, Lucknow, Ahmedabad, Nagpur, Pune, Kanpur und mehreren weiteren Städten. Das Metronetz wird kontinuierlich ausgebaut und zählt vielerorts zu den schnellsten und zuverlässigsten Verkehrsmitteln.
Mit einem Streckennetz von mehr als 68.000 Kilometern verfügt Indien über eines der größten Eisenbahnnetze der Welt. Die staatliche Bahngesellschaft Indian Railways verbindet nahezu alle Landesteile und ist für viele Reisende das wichtigste Verkehrsmittel im Fernverkehr.
Das Angebot reicht von Nahverkehrszügen über schnelle Fernverkehrszüge bis zu modernen Premiumverbindungen. Auf längeren Strecken stehen verschiedene Wagenklassen zur Verfügung – von einfachen Sitzplätzen bis hin zu klimatisierten Schlafwagen. Da viele Verbindungen stark nachgefragt sind, empfiehlt sich insbesondere auf beliebten Strecken und während der Ferienzeiten eine frühzeitige Reservierung.
Zu den wichtigsten Bahnverbindungen gehören die Strecken zwischen Delhi, Mumbai, Kolkata, Chennai, Bengaluru und Hyderabad. Moderne Züge wie der Vande Bharat Express und der Gatimaan Express verkürzen die Reisezeiten auf ausgewählten Strecken erheblich.
Zu den landschaftlich reizvollsten Bahnstrecken des Landes zählen:
- Darjeeling Himalayan Railway (UNESCO-Welterbe) durch die Teeplantagen Westbengalens.
- Nilgiri Mountain Railway (UNESCO-Welterbe) nach Ooty mit ihrem Zahnradabschnitt.
- Kalka–Shimla Railway (UNESCO-Welterbe) mit zahlreichen Brücken und Tunneln im Himalaya-Vorland.
- Konkan Railway zwischen Mumbai, Goa und der Malabarküste – eine der spektakulärsten Bahnstrecken Indiens.
- Ausgewählte Strecken werden außerdem mit modernen Vistadome-Wagen mit Panoramafenstern befahren.
Für Touristen werden verschiedene luxuriöse Erlebniszüge angeboten. Zu den bekanntesten zählen der Palace on Wheels, der Maharajas' Express, der Deccan Odyssey sowie der Royal Orient, die mehrtägige Rundreisen durch verschiedene Regionen Indiens anbieten.
Fähren verbinden Port Blair auf den Andaman-Inseln mit Kolkata (Fahrtzeit: ca. 70 Std.), Vishakapatnam (Fahrtzeit: ca. 56 Std.) und Chennai (Fahrtzeit: ca. 60 Std.) sowie Kochin mit den Lakshadweep-Inseln (Fahrtzeit: 14-18 Std.).
Eine besonders schöne Bootsfahrt führt durch die Backwaters in der Umgebung von Kochi in Kerala. Verschiedene örtliche Touren, wie zum Beispiel Calicut - Cochin und Allepey - Kottayam, werden angeboten.
