Gesundheit und Impfungen in Sierra Leone

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Gelbfieber

2

Dengue-Fieber

1

Meningokokken-Meningitis A,B,C,W,Y

5

Malaria

4

Hepatitis A und B

3

[1] Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Es empfiehlt sich ein wirksamer Insektenschutz. Bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition empfiehlt sich eine Impfung gegen Dengue-Fieber.

[2] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt. Ausgenommen sind Transitpassagiere, die in Sierra Leone den Flughafen nicht verlassen.
Unabhängig von den offiziellen Bestimmungen wird generell allen Reisenden nach Sierre Leone Impfschutz gegen Gelbfieber empfohlen.
Beim Verlassen von Sierra Leone kann möglicherweise ein Impfzertifikat gegen Gelbfieber verlangt werden.

[3]
 Hepatitis A ist weitverbreitet, Hepatitis B kommt landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

[4] Malariaschutz gegen die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum ist ganzjährig (erhöhtes Risiko während der Regenzeit Mai-Oktober) in allen Landesteilen erforderlich. Chloroquinresistenz wurde gemeldet.

[5] Eine Impfung gegen Meningokokken-Meningitis A,B,C,W,Y ist bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition für bestimmte Personengruppen (Jugendliche bzw. Schüler, Studenten) empfehlenswert.

[6] Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. streunende Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

[7] Typhus kommt vor. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen. Poliomyelitis kommt vor. Ggf. ist eine Auffrischungsimpfung zu empfehlen.

[8] Digitale Gesundheitserklärung (Health Declaration): Alle Reisenden (Ein- und Ausreise über den Flughafen Freetown/Lungi) müssen frühestens 72 Stunden vor Abflug eine elektronische Gesundheitserklärung über das Portal der National Public Health Agency (poep.npha.gov.sl) ausfüllen. Der generierte QR-Code bzw. die Bestätigung muss beim Check-in und bei der Grenzkontrolle vorgelegt werden. Bei Fehlen der Bestätigung wird die Beförderung (Boarding) verweigert.

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch hoch problematisch. Es besteht ein ausgeprägter Mangel an Fachärzten. Die ärztliche Versorgung in Freetown ist gegenwärtig sehr begrenzt. Die Ärzte sprechen in der Regel Englisch. In Freetown gibt es einige deutschsprachige Allgemeinmediziner und Fachärzte. Kirchliche Missionen und internationale Hilfsorganisationen unterhalten einige medizinische Einrichtungen und Sozialdienste.

Eine Reiseapotheke sollte mitgenommen werden.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

Sonstige Risiken: 

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen landesweit in manchen Teichen und Flüssen vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken sind unbedenklich.

Die durch Mücken übertragene Viruserkrankung Chikungunya (CHIC) kommt vor. Wirksamen Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. Eine Impfung gegen Chikungunya ist verfügbar, eine Impfempfehlung der STIKO besteht jedoch noch nicht.

Ebenfalls landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Reisende reduzieren die Übertragungsgefahr, wenn sie einen wirksamen Insektenschutz benutzen.

HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

In Sierra Leone ist die Lassa-Fieber-Infektion endemisch und es kommt immer wieder zu kleineren Ausbrüchen. Der Übertragungsweg auf den Menschen ist der orale oder inhalative Kontakt mit durch Rattenurin kontaminierten Lebensmitteln oder Aerosole. Besonders bei Reisen im Landesinneren unter einfachen Bedingungen ist Vorsicht geboten.

Die Schlafkrankheit kommt landesweit vor. Es empfehlen sich sorgfältige Mücken-Schutzmaßnahmen.

Tuberkulose kommt landesweit vor. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion.

Zeckenbissfieber kommt landesweit vor. Schutzmaßnahmen sind hautbedeckende Kleidung und Insektenschutzmittel.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fieber, Gelenkschmerzen und eine Bindehautentzündung. Häufig bleibt die Infektion unbemerkt oder verläuft nur mit milden Symptomen. Das Zika-Virus kann beim ungeborenen Kind zu Fehlbildungen führen.
Es existiert weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Eine konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen wird empfohlen.
Gesundheitszeugnis: 

Impfbestimmungen & Gelbfieberpflicht: Für die Einreise nach Sierra Leone ist ein Nachweis über eine gültige Gelbfieberimpfung (gelber Impfpass/Internationales Impfzertifikat) für alle Reisenden verpflichtend vorgeschrieben. Das Dokument wird bei der Ankunft am Flughafen sowie bei der Visumbeantragung kontrolliert. Der Impfschutz muss mindestens 10 Tage vor der Einreise verabreicht worden sein. Ausgenommen von der Nachweispflicht sind lediglich Transitpassagiere, die den Flughafenbereich nicht verlassen.

Empfohlene Impfungen & Vorsorgemaßnahmen: Neben den Standardimpfungen (unter anderem Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio und Masern) wird allen Reisenden ein Impfschutz gegen Hepatitis A und Typhus empfohlen. Bei längeren Aufenthalten oder intensiverem Kontakt zur lokalen Bevölkerung sind zudem Impfungen gegen Hepatitis B, Tollwut und Meningokokken ratsam. Da in Sierra Leone ein ganzjährig hohes Risiko für Malaria besteht, ist die Mitnahme bzw. Einnahme einer passenden Malaria-Prophylaxe (Standby-Medikation oder Prophylaxe nach reisemedizinischer Beratung) sowie konsequenter Mückenschutz essenziell.

Gesundheitserklärung & Einreiseformalitäten: Reisende nach Sierra Leone müssen vor der Einreise zusätzlich eine digitale Gesundheitserklärung über das offizielle Reiseportal des Landes ausfüllen. Sämtliche Nachweise über Impfungen und Registrierungen sollten ausgedruckt sowie digital im Handgepäck mitgeführt werden.